Vatika & Watteau



Ludwig IVX. kränkelt. Seine absolute Macht bröckelt. Das Leben wird lockerer. Das Volk wird mutiger und wagt mehr. So auch der Maler Watteau.
Er malt 1717 die "Einschiffung nach Kythera". Wie in der Literatur zwischen den Zeilen,
 versteckt er zwischen den Pinselstrichen eine frivole und pikante Sache: 
Einen erotischen Tag, Stunde, Augenblick, eine Ewigkeit?.
Watteau hätte als Ziel die Insel Korsika wählen können. Oder Helgoland gar. Nein-, er entscheidet sich für Kythera.
Auf dieser Insel ist Aphrodite geboren, die Göttin der Liebe, Erotik.
 Die Einschiffung, also die Reise dorthin bedeutet also, dass sich die
 Paare nur zu diesem einen Sinn und Zweck aufmachten.
Sie kommen nun hier am Ufer an. In der Ferne verschwommen die begehrte Insel. Das Schiff liegt bereit, hinüber zu segeln. Anstatt nun einzusteigen, bleiben die Paare am Waldesrand sitzen oder liegen. Es sieht so aus, als wenn es der Überfahrt gar nicht mehr bedarf.
 Das Verlangen  kann ebenso hier am Ufer gemeinsam gestillt werden, da  bereits vorher Einigkeit über den Zweck der Reise bestand.

 
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